Brutto-Netto-Rechner 2026

Arbeit & Gehalt • Gesetzlicher Stand 2026

Brutto-Netto-Rechner 2026: Nettogehalt & Abzüge cent-genau berechnen

Wie viel Netto bleibt Ihnen 2026 tatsächlich von Ihrem Gehalt übrig? Berechnen Sie Ihren monatlichen und jährlichen Auszahlungsbetrag nach dem offiziellen Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums (BMF) – inklusive Steuerklassen, Krankenkassen-Zusatzbeitrag, Kirchensteuer und der aktuellen Pflegeversicherungs-Staffel (PUEG).

💶 Gehaltsberechnung 2026

€
2.000 € 3.000 € 4.000 € 5.500 € 7.500 € 10.000 €
Kirchensteuer
Haben Sie Kinder?
%
Ihr Nettoverdienst (Monat)
2.348,70 €
Entspricht 67,1 % Ihres Bruttogehalts
Netto: 2.348,70 €
Steuern: 435,50 €
Sozialabgaben: 715,80 €
Bruttogehalt 3.500,00 €
− Steuern gesamt 435,50 €
• Lohnsteuer 435,50 €
• Solidaritätszuschlag 0,00 €
• Kirchensteuer 0,00 €
− Sozialabgaben (AN-Anteil) 715,80 €
• Rentenversicherung (9,3%) 325,50 €
• Arbeitslosenversicherung (1,3%) 45,50 €
• Krankenversicherung (8,55%) 299,25 €
• Pflegeversicherung 91,00 €
= Netto-Auszahlung 2.348,70 €
Arbeitgeber-Gesamtkosten ca.: 4.215,80 €
Ihr Nettoverdienst
2.348,70 €

Grundlegendes Verständnis: Vom Bruttogehalt zur Nettoauszahlung

In Deutschland ist der Unterschied zwischen dem vertraglich vereinbarten Bruttoarbeitslohn und dem tatsächlich ausgezahlten Nettogehalt für Arbeitnehmer von zentraler Bedeutung. Als Arbeitnehmer stellen Sie Ihre Arbeitskraft zur Verfügung, erhalten jedoch am Monatsende nicht den vollen vereinbarten Betrag auf Ihr Girokonto überwiesen. Stattdessen zieht der Arbeitgeber nach den gesetzlichen Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes (EStG) und des Sozialgesetzbuchs (SGB) zwei große Abzugskategorien ein und führt diese direkt ab:

  1. Die Lohnsteuer (inklusive eventuellem Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer): Dies ist eine Vorauszahlung auf Ihre persönliche Einkommensteuerschuld gegenüber dem Finanzamt.
  2. Die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge: Diese sichern Sie in den fünf Säulen des deutschen Sozialversicherungssystems ab (Renten-, Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und gesetzliche Unfallversicherung).

Das deutsche Lohnsteuersystem basiert auf dem Prinzip der Leistungsfähigkeit und einem linear-progressiven Einkommensteuertarif. Das bedeutet: Wer mehr verdient, zahlt nicht nur absolut mehr Steuern, sondern auch einen prozentual höheren Grenzsteuersatz auf jeden zusätzlich verdienten Euro.

Gesetzliche Neuerungen und Rechengrößen für das Steuerjahr 2026

Für das Jahr 2026 gelten im deutschen Steuer- und Beitragsrecht wesentliche Anpassungen, die Arbeitnehmer unmittelbar im Geldbeutel spüren. Unser Rechner bildet sämtliche dieser gesetzlichen Parameter cent-genau ab:

Die verbindlichen Eckwerte des Jahres 2026 im Überblick:
  • Grundfreibetrag (§ 32a Abs. 1 EStG): Angehoben auf 12.348 € pro Jahr (bzw. 24.696 € für verheiratete Paare im Splittingtarif). Bis zu diesem Jahreseinkommen fällt keinerlei Einkommensteuer an.
  • Beitragsbemessungsgrenze (BBG) Renten- und Arbeitslosenversicherung: Bundeseinheitlich festgesetzt auf 101.400 € pro Jahr (entspricht 8.450 € monatlich). Gehaltsbestandteile oberhalb dieser Grenze sind beitragsfrei.
  • Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung: Festgesetzt auf 69.750 € pro Jahr (entspricht 5.812,50 € monatlich).
  • Gesetzlicher Mindestlohn: Ab 01.01.2026 verbindlich 13,90 € pro Zeitstunde.
  • Krankenkassen-Zusatzbeitrag: Der bundesweite rechnerische Durchschnittssatz liegt bei 2,5 % (Arbeitnehmeranteil: 1,25 %).
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag (Werbungskosten): 1.230 € pro Jahr wird automatisch steuermindernd eingerechnet.
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag: 36 € (72 € bei Zusammenveranlagung).

Die 6 Lohnsteuerklassen im Vergleich

Ihre Steuerklasse wird vom Finanzamt anhand Ihrer familiären und beruflichen Lebensumstände festgelegt (über die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, kurz ELStAM). Sie bestimmt, welche Freibeträge bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden:

Steuerklasse Zielgruppe & Familienstand Berücksichtigte Freibeträge 2026 Wirkung auf das monatliche Netto
Klasse 1 Ledige, geschiedene, dauernd getrennt lebende Arbeitnehmer sowie Verwitwete (ab dem 2. Jahr nach dem Tod). Grundfreibetrag (12.348 €), Arbeitnehmerpauschale (1.230 €), Sonderausgabenpauschale (36 €), Vorsorgepauschale. Regulärer Standard-Nettoabzug für Alleinstehende.
Klasse 2 Echte Alleinerziehende, die mit mindestens einem minderjährigen Kind in einem Haushalt ohne weitere volljährige Person leben. Alle Freibeträge der Klasse 1 plus der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 4.260 € (§ 24b EStG). Spürbar höheres Monatsnetto als in Klasse 1 (ca. 70 bis 130 € mehr Netto im Monat).
Klasse 3 Verheiratete bzw. eingetragene Lebenspartner, wenn der Partner in Klasse 5 eingestuft ist (Kombination 3/5). Doppelter Grundfreibetrag (24.696 €) wird vollständig beim Klasse-3-Verdiener angesetzt. Sehr hohes monatliches Netto. Ideal für Allein- oder deutliche Hauptverdiener (mind. 60:40 Einkommensverhältnis).
Klasse 4 Verheiratete Paare mit annähernd gleichem Einkommen. Standardeinstufung direkt nach der Heirat. Einfacher Grundfreibetrag (12.348 €) je Ehepartner. Optional mit Faktorverfahren nach § 39f EStG. Entspricht exakt der Steuerklasse 1; verhindert böse Steuernachzahlungen am Jahresende.
Klasse 5 Gegenstück zur Steuerklasse 3 des anderen Partners. Kein Grundfreibetrag (da dieser voll auf Klasse 3 übertragen wurde); nur Arbeitnehmerpauschale. Sehr hohe monatliche Abzüge. Lohnt sich nur im Gesamtgefüge mit Klasse 3; Pflicht zur Steuererklärung!
Klasse 6 Für jeden zweiten oder weiteren Arbeitsvertrag (Nebenjob über Minijob-Grenze) oder bei fehlenden ELStAM-Daten. Keinerlei Freibeträge. Kein Grundfreibetrag, keine Vorsorgepauschale. Höchster prozentualer Abzug. Ab dem ersten Cent greift die reguläre Besteuerung.

Detaillierte Aufschlüsselung der Sozialversicherungsbeiträge 2026

In Deutschland werden die Sozialabgaben zwischen Arbeitnehmer (AN) und Arbeitgeber (AG) im Grundsatz paritätisch (50:50) getragen. Im Jahr 2026 setzen sich die Beiträge wie folgt zusammen:

Versicherungszweig Gesamtsatz 2026 Arbeitnehmeranteil Arbeitgeberanteil Beitragsbemessungsgrenze
Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) 18,60 % 9,30 % 9,30 % 101.400 € / Jahr (8.450 € / Mt.)
Arbeitslosenversicherung (ALV) 2,60 % 1,30 % 1,30 % 101.400 € / Jahr (8.450 € / Mt.)
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 14,60 % + 2,50 % Zusatz = 17,10 % 8,55 % (7,30 % + 1,25 %) 8,55 % (7,30 % + 1,25 %) 69.750 € / Jahr (5.812,50 € / Mt.)
Pflegeversicherung (PUEG) – 1 Kind 4,00 % 2,00 % (in SN: 2,50 %) 2,00 % (in SN: 1,50 %) 69.750 € / Jahr (5.812,50 € / Mt.)
Pflegeversicherung – Kinderlos (ab 23 J.) 4,60 % 2,60 % (in SN: 3,10 %) 2,00 % (in SN: 1,50 %) 69.750 € / Jahr (5.812,50 € / Mt.)
Besonderheit Pflegeversicherungsreform (PUEG):
Seit dem Inkrafttreten des Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetzes profitieren Eltern von spürbaren Beitragsnachlässen:
  • Eltern mit 1 Kind: Zahlen dauerhaft den Basissatz von 2,0 % (kein Kinderlosenzuschlag).
  • Eltern mit 2 Kindern: Erhalten einen Abschlag von 0,25 % auf ihren Eigenanteil → 1,75 %.
  • Eltern mit 3 Kindern: Abschlag um weitere 0,25 % → 1,50 %.
  • Eltern mit 4 Kindern: Abschlag um weitere 0,25 % → 1,25 %.
  • Eltern ab 5 Kindern: Maximaler Abschlag → 1,00 % Eigenanteil.
Wichtig: Die Kinderabschläge ab dem 2. Kind gelten bis zum Ablauf des Monats, in dem das jeweilige Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat.

Die exakte Formel der Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026

Um das zu versteuernde Einkommen (zvE) zu ermitteln, wird das Bruttogehalt um die Vorsorgeaufwendungen (Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung im Rahmen der gesetzlichen Höchstbeträge), den Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.230 €) und die Sonderausgabenpauschale (36 €) bereinigt.

Auf das abgerundete zvE wird der Steuertarif nach § 32a Abs. 1 EStG angewendet, der sich in fünf Zonen gliedert:

  1. Zone 1 (Grundfreibetrag bis 12.348 €): Steuersatz = 0 % (Steuer = 0 €).
  2. Zone 2 (12.349 € bis 17.005 €): Eingangsbereich der Progression:
    y = (zvE - 12.348) / 10.000
    ESt = (995,21 × y + 1.400) × y
  3. Zone 3 (17.006 € bis 66.760 €): Zweite Progressionszone:
    z = (zvE - 17.005) / 10.000
    ESt = (208,85 × z + 2.397) × z + 1.015,36
  4. Zone 4 (66.761 € bis 277.825 €): Proportionalzone mit Spitzensteuersatz von 42 %:
    ESt = 0,42 × zvE - 10.632,54
  5. Zone 5 (ab 277.826 €): Höchststeuersatz („Reichensteuer“) von 45 %:
    ESt = 0,45 × zvE - 18.967,29

Große Brutto-Netto-Vergleichstabelle 2026 (Monatswerte)

In der folgenden repräsentativen Tabelle finden Sie die monatlichen Nettobeträge für typische Bruttogehälter in Steuerklasse 1 (Single, kinderlos, NRW, KV-Zusatzbeitrag 2,5 %, keine Kirchensteuer) im direkten Vergleich zu Steuerklasse 3 (Verheiratet, Alleinverdiener mit 2 Kindern):

Brutto monatlich Netto (SK 1, Single) Abzüge (SK 1) Nettoquote (SK 1) Netto (SK 3, Familie 2K) Nettoquote (SK 3)
1.500,00 €1.173,42 €326,58 €78,2 %1.228,80 €81,9 %
2.000,00 €1.468,54 €531,46 €73,4 %1.605,00 €80,3 %
2.500,00 €1.748,22 €751,78 €69,9 %1.981,25 €79,3 %
3.000,00 €2.037,17 €962,83 €67,9 %2.357,50 €78,6 %
3.500,00 €2.348,70 €1.151,30 €67,1 %2.712,45 €77,5 %
4.000,00 €2.598,34 €1.401,66 €65,0 %3.036,20 €75,9 %
4.500,00 €2.846,12 €1.653,88 €63,2 %3.359,95 €74,7 %
5.000,00 €3.088,42 €1.911,58 €61,8 %3.678,70 €73,6 %
5.500,00 €3.328,15 €2.171,85 €60,5 %3.997,45 €72,7 %
6.000,00 €3.582,30 €2.417,70 €59,7 %4.316,20 €71,9 %
7.000,00 €4.112,60 €2.887,40 €58,8 %4.921,70 €70,3 %
8.000,00 €4.642,90 €3.357,10 €58,0 %5.527,20 €69,1 %
9.000,00 €5.195,40 €3.804,60 €57,7 %6.132,70 €68,1 %
10.000,00 €5.775,40 €4.224,60 €57,8 %6.712,70 €67,1 %

Fünf praxisnahe Fallbeispiele aus dem Arbeitsleben 2026

🎓 Fallbeispiel 1: Berufseinsteiger (Single, 2.800 € Brutto)

Lukas (25 Jahre, ledig, kinderlos) schließt seine Ausbildung ab und tritt seine erste Vollzeitstelle mit einem Gehalt von 2.800 Euro im Monat in Nordrhein-Westfalen an. Er gehört keiner Kirche an.

  • Lohnsteuer: 268,50 €
  • Sozialversicherungsbeiträge: 609,00 € (RV: 260,40 €, ALV: 36,40 €, KV: 239,40 €, PV: 72,80 €)
  • Nettogehalt: 1.922,50 € (Nettoquote: 68,7 %)
👨‍👩‍👦 Fallbeispiel 2: Verheiratetes Paar mit 2 Kindern (5.000 € Hauptverdiener)

Michael (38 Jahre) arbeitet in Bayern als Ingenieur und verdient 5.000 Euro brutto. Er hat Steuerklasse 3 gewählt, da seine Frau derzeit Elternzeit nimmt. Sie haben zwei Kinder (3 und 6 Jahre).

  • Lohnsteuer: 435,50 €
  • Kirchensteuer (8 % in Bayern): 34,84 €
  • Sozialversicherungsbeiträge: 1.045,00 € (PV mit 2 Kindern = 1,75 % = 87,50 €)
  • Nettogehalt: 3.484,66 € (Nettoquote: 69,7 %)
👩‍👧 Fallbeispiel 3: Alleinerziehende Mutter (3.200 € Brutto, SK 2)

Sarah (32 Jahre) lebt in Niedersachsen allein mit ihrer 7-jährigen Tochter. Ihr Monatsbrutto beträgt 3.200 Euro. Dank Steuerklasse 2 profitiert sie vom Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (4.260 € jährlich).

  • Lohnsteuer (SK 2): 264,16 € (rund 85 € weniger als in Steuerklasse 1!)
  • Sozialabgaben: 684,00 € (PV-Satz: 2,0 % ohne Kinderlosenzuschlag)
  • Nettogehalt: 2.251,84 € (Nettoquote: 70,4 %)
💼 Fallbeispiel 4: Führungskraft über der Beitragsbemessungsgrenze (9.000 € Brutto)

Thomas (46 Jahre) ist Abteilungsleiter in Hessen (SK 1, kinderlos, keine Kirchensteuer). Bei 9.000 Euro Monatsbrutto greifen die Schutzdeckelungen der Beitragsbemessungsgrenzen:

  • Kranken- und Pflegeversicherung: Gedeckelt auf maximal 5.812,50 € Bemessungsgrundlage.
  • Renten- und Arbeitslosenversicherung: Gedeckelt auf maximal 8.450,00 € Bemessungsgrundlage.
  • Lohnsteuer: 2.578,33 € + 141,80 € Solidaritätszuschlag.
  • Nettogehalt: 5.195,40 € (Nettoquote: 57,7 %)
⚙️ Fallbeispiel 5: Sonderfall Sachsen (Pflegeversicherungs-Differenz)

Jan arbeitet in Dresden (Sachsen) für 3.500 Euro brutto (SK 1, kinderlos). Während ein Kollege in NRW 91,00 € Eigenanteil zur Pflegeversicherung entrichtet, zahlt Jan durch den sächsischen Feiertags-Ausgleich 3,1 % = 108,50 € (17,50 € mehr monatlich).

Sieben typische Fehler und Missverständnisse bei der Gehaltsberechnung

  1. Irrglaube „Mehr Brutto führt zu weniger Netto“: Durch den Grenzsteuertarif wird niemals das gesamte Gehalt mit dem höheren Satz besteuert, sondern immer nur der Mehrbetrag. Ein höheres Brutto führt ausnahmslos zu einem höheren Netto!
  2. Steuerklassenwechsel spart Steuern: Der Wechsel zwischen 3/5 und 4/4 ändert ausschließlich die monatliche Liquidität während des Jahres. Die endgültige Jahressteuerschuld nach Abgabe der Einkommensteuererklärung ist auf den Cent genau identisch.
  3. Fehlender Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte: Wer hohe berufsbedingte Fahrtkosten (Pendlerpauschale) hat, kann sich beim Finanzamt einen Lohnsteuerfreibetrag eintragen lassen, um das Netto sofort jeden Monat zu steigern.
  4. Krankenkassenwechsel unterschätzt: Die Spanne der Zusatzbeiträge reicht 2026 von 1,2 % bis 3,2 %. Ein Wechsel zur günstigeren Kasse bringt bei 4.000 € Gehalt bis zu 480 € mehr Netto im Jahr.
  5. Kinderfreibetrag auf der Gehaltsabrechnung gesucht: Der Kinderfreibetrag mindert bei Angestellten im laufenden Jahr nur Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, nicht aber die reguläre Lohnsteuer. Das volle Kindergeld wird stattdessen monatlich ausgezahlt.
  6. Geldwerter Vorteil bei Firmenwagen ignoriert: Die 1-%-Regelung für einen Dienstwagen erhöht das steuerpflichtige Bruttoeinkommen und senkt die monatliche Nettoüberweisung spürbar.
  7. Soli-Freigrenze nicht beachtet: Viele Arbeitnehmer fürchten immer noch den Solidaritätszuschlag, obwohl rund 90 Prozent aller Steuerzahler vollständig davon befreit sind.

Clevere Strategien: Wie Sie legal mehr Netto vom Brutto herausholen

Wer bei Gehaltsverhandlungen geschickt agiert, vereinbart statt einer reinen Bruttolohnerhöhung (von der über 40 % an Steuern und Abgaben verloren gehen) steuerfreie und abgabenbegünstigte Gehaltsextras nach dem Einkommensteuergesetz:

  • 50-Euro-Sachbezug (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG): Monatlich bis zu 50 Euro steuer- und sozialabgabenfrei als Einkaufsgutschein oder Prepaid-Kreditkarte (600 Euro netto im Jahr).
  • Deutschlandticket / Jobticket (§ 3 Nr. 15 EStG): Wenn der Arbeitgeber das Nahverkehrsticket zusätzlich zum Arbeitslohn stellt, ist es komplett steuer- und sozialversicherungsfrei.
  • Dienstfahrrad / JobRad (§ 3 Nr. 37 EStG): Steuerfreies E-Bike-Leasing zur privaten Nutzung per Gehaltsumwandlung spart bis zu 35 % gegenüber dem Privatkauf.
  • Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Bis zu 302 Euro monatlich (4 % der BBG West) können sozialabgabenfrei und bis zu 604 Euro steuerfrei direkt aus dem Bruttogehalt in eine Betriebsrente eingezahlt werden. Der Arbeitgeber ist gesetzlich zu 15 % Zuschuss verpflichtet.
  • Kindergartenzuschuss (§ 3 Nr. 33 EStG): Zahlungen des Chefs für die Unterbringung und Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder sind in unbegrenzter Höhe steuer- und abgabenfrei.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Brutto-Netto-Rechner

Wie viel Netto bleibt von 3.000 Euro Brutto in Steuerklasse 1? ▼
Im Jahr 2026 bleiben einem ledigen, kinderlosen Arbeitnehmer in Steuerklasse 1 (ohne Kirchensteuer, wohnhaft in NRW, mit 2,5 % KV-Zusatzbeitrag) von 3.000 Euro Bruttogehalt exakt 2.037,17 Euro netto übrig. Die Gesamtabzüge betragen 962,83 Euro (310,33 Euro Steuern und 652,50 Euro Sozialversicherungsbeiträge). Die Nettoquote liegt bei 67,9 %.
Wann lohnt sich für Ehepaare der Wechsel von Steuerklasse 4/4 zu 3/5? ▼
Die Kombination 3/5 lohnt sich zur monatlichen Liquiditätsoptimierung, wenn ein Ehepartner rund 60 Prozent oder mehr des gemeinsamen Familieneinkommens erzielt. Der Besserverdiener erhält in Steuerklasse 3 den doppelten Grundfreibetrag und hat sehr geringe monatliche Abzüge. Beachten Sie jedoch: Bei Steuerklasse 3/5 besteht gesetzliche Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung, und es kann zu Steuernachzahlungen kommen. Als faire Alternative empfiehlt sich Steuerklasse 4 mit Faktorverfahren.
Was ist der Unterschied zwischen Grenzsteuersatz und Durchschnittssteuersatz? ▼
Der Durchschnittssteuersatz gibt an, welcher Prozentsatz Ihres gesamten Einkommens an Steuern bezahlt wird (z. B. 15 % bei 3.500 Euro Brutto). Der Grenzsteuersatz hingegen bezeichnet den Steuersatz, mit dem der jeweils nächste zusätzlich verdiente Euro belastet wird (z. B. rund 30 % bis 42 %). Wenn Sie 100 Euro mehr Brutto verdienen, wird nur dieser Zusatzbetrag mit dem Grenzsteuersatz besteuert.
Wie wirkt sich die Kirchensteuer auf das Nettogehalt aus? ▼
In Bayern und Baden-Württemberg beträgt die Kirchensteuer 8 % der festgesetzten Lohnsteuer, in allen anderen 14 Bundesländern 9 %. Die Kirchensteuer ist als Sonderausgabe steuerlich absetzbar, sodass die reale Belastung um etwa ein Viertel sinkt. Bei einem Bruttogehalt von 3.500 Euro in NRW macht die Kirchensteuer monatlich rund 39 Euro aus.
Wer muss 2026 noch Solidaritätszuschlag zahlen? ▼
Durch die deutliche Anhebung der Freigrenzen (18.130 Euro Lohnsteuerschuld bei Ledigen bzw. 36.260 Euro bei Verheirateten) zahlen 2026 rund 90 % der Steuerzahler keinen Solidaritätszuschlag mehr. Bei Alleinstehenden in Steuerklasse 1 wird der Soli erst ab einem Bruttojahreseinkommen von etwa 68.000 Euro schrittweise über eine Milderungszone fällig.
Warum zahlt man in Sachsen einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung? ▼
Bei der Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 wurde bundesweit der kirchliche Feiertag „Buß- und Bettag“ gestrichen, um Arbeitgeber für deren Beitragsanteil zu entlasten. Der Freistaat Sachsen entschied sich als einziges Bundesland, den Feiertag beizubehalten. Als finanziellen Ausgleich tragen sächsische Arbeitnehmer dauerhaft einen um 0,5 Prozentpunkte höheren Eigenanteil (2,5 % statt 2,0 % Basissatz).
Wie berechnen sich die Abzüge bei einem Minijob oder Midijob? ▼
Bis zur Minijob-Grenze von 603 Euro monatlich (gekoppelt an den Mindestlohn von 13,90 €) bleibt der Verdienst für Arbeitnehmer steuerfrei und sozialversicherungsfrei (lediglich 3,6 % Eigenanteil zur Rentenversicherung, von dem man sich befreien lassen kann). Im sogenannten Übergangsbereich (Midijob von 603,01 € bis 2.000 €) steigen die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers gleitend an, sodass kein sprunghafter Abzug entsteht.
Welche Kosten trägt der Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn? ▼
Arbeitgeber zahlen zusätzlich zum Bruttolohn die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (rund 20 bis 21 Prozent) sowie Umlagen für Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (U1), Mutterschaft (U2), Insolvenzgeldumlage und die gesetzliche Unfallversicherung. Ein Bruttogehalt von 3.500 Euro kostet den Arbeitgeber in der Gesamtkalkulation monatlich etwa 4.215 Euro.

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